Guten Morgen!

Wie du dich vor unverhofften Überraschungen wappnen kannst, wer uns unverhofft vereint und wie frech manche mit unverhofftem Geld umgehen, liest du im neuen Morgenmoment. Der kommt heute von Sebastian Panny.

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Der "Pearl-Index" gibt bis heute an, wie sicher ein Verhütungsmittel ist. Dabei ist die Berechnungsmethode veraltet, wenig aussagekräftig und kann zu unverhofften Überraschungen führen:

#2 So kann es unverhofft gehen

Sie sägen sie nieder, stecken sie aus, sprühen Farbe auf die Kameras: US-Amerikaner:innen haben Flock-Kameras den Kampf angesagt. Das Bemerkenswerte daran: Der Protest kommt nicht nur von einer Seite. Und das gilt nicht nur für Flock. Tech-Konzerne vereinen immer mehr Menschen mit unterschiedlichen politischen Ansichten im gemeinsamen Kampf gegen ihre Produkte.

Flock-Kameras dienen der KI-basierten Überwachung: Sie werden von einem privaten Unternehmen verkauft und stehen meist auf öffentlichem Grund. Bekannt sind sie dafür, dass sie automatisch Kennzeichen erkennen und zusätzliche Informationen über Autos identifizieren können. 120.000 gibt es in den USA mittlerweile.

Die Überwachung kommt bei den Menschen nicht gut an - und zwar egal, aus welchem politischen Lager. Sowohl Wähler:innen von Demokraten als auch von Republikanern sind laut Umfragen dagegen. Und unterstützen Menschen, die gegen die Kameras vorgehen, auch wenn es illegal ist. Für soziale Bewegungen ist es sehr selten, von allen Seiten so unterstützt zu werden.

Der große Hass auf die Kameras rührt auch von den vielen missbräuchlichen Anwendungen. So hat etwa ein Polizist heimlich seine Partnerin und deren Ex damit verfolgt. Ein weiterer Polizist hat über 83.000 Kameras nach einer Frau durchsucht, die eine Abtreibung durchführen ließ. Was sagt der Flock-CEO zu alldem? Die Menschen sollten doch mehr Kompromisse bei ihrer Privatsphäre eingehen.

Ein anderes Beispiel sind KI-Datenzentren, gegen die der Widerstand aus der Bevölkerung wächst. 5.400 Datenzentren gibt es in den USA, 4.000 sollen in den kommenden Jahren dazukommen. Wo sie gebaut werden, steigt die Temperatur, sie verbrauchen enorm viel Wasser und erhöhen die Strompreise für die Bevölkerung. Die Menschen haben nicht das Gefühl, dabei mitbestimmen zu können. Sieben von zehn US-Amerikaner:innen sind mittlerweile gegen den Bau von Datenzentren.

KI-Datenzentren gelten bei den anstehenden Wahlen als ein zentrales Thema, das die Wahlentscheidung beeinflussen kann. So sehr die Erfindungen von Tech-Bros darauf aus sind, die Menschen zu spalten: Immer öfter sorgen sie ungewollt dafür, dass Menschen zusammenfinden und einen gemeinsamen Nenner finden.

#3 Unverhoffte Gewinnfrechheit

1,1 Milliarden Euro: So viel Geld nehmen Mineralölkonzerne in Österreich dieses Jahr durch ihre eigenen Preisaufschläge zusätzlich ein - fast so viel, wie Österreich jährlich für die Mindestsicherung ausgibt. Im Schnitt sind das 3,7 Millionen Euro jeden Tag, sofern die Preisaufschläge bis zum Jahresende auf diesem Niveau bleiben. Das zeigt eine Berechnung des Momentum Instituts.

Der Krieg zwischen den USA und dem Iran hat Benzin und Diesel empfindlich teurer gemacht. Das liegt aber nicht nur daran, dass weniger Rohöl durch die Straße von Hormuz kommt und der Ölpreis dadurch steigt. Denn zu Rohölpreis und Steuern kommt noch ein Teil zum Preis, den wir schließlich an der Tankstelle zahlen: der Aufschlag, den Unternehmen noch dazugeben.

Besonders deutlich ist der Aufschlag beim Diesel: Vor Kriegsbeginn kostete der pro Liter 1,55 Euro, seitdem im Schnitt 1,93 Euro. Von den 38 Cent Unterschied machen gestiegene Rohölpreise nur 13 Cent aus, fünf Cent Steuern und Abgaben. 20 Cent kommen hingegen vom gestiegenen Aufschlag. Also mehr als die Hälfte des Preisanstiegs.

Die Berechnungen des Momentum Instituts zeigen auch: Steigt der Rohölpreis, steigt auch der Preis an der Zapfsäule sehr schnell. Sinkt er, gehen Tankestellenpreise nur langsam zurück.

Der Vorstoß für eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne ist dringend notwendig. Das Momentum Institut empfiehlt, die Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne auf EU-Ebene zu vereinheitlichen - sonst könnten Konzerne ihre Gewinne ganz einfach in andere Länder verschieben, um dem zu entgehen. Zuletzt hatte sich Österreich EU-weit mit Deutschland, Italien, Polen, Portugal und Spanien dafür ausgesprochen.

Einen unverhofft guten Montag

Sebastian

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