Guten Morgen!

Die Verantwortung von Männern, wenn es um die Gewalt an Frauen geht, und auch die Klimakrise dürfen wir nicht verdrängen. Dein Morgenmoment liefert dir heute wieder Fakten und Denkanstöße für eine gerechtere Gesellschaft. Lisa Wohlgenannt schickt ihn dir.

#1 Möchtest du das teilen?

Über den schrecklichen Femizid in Marchtrenk sind natürlich auch viele Männer empört. Unser Autor findet aber, dass keiner so tun kann, als hätte er gar nichts dazu beigetragen. Denn die Abwertung von Frauen als Teil des männlichen Selbstbildes haben alle eingelernt. Das wieder zu verlernen, muss man wollen, kommentiert Sebastian Panny.

#2 Hörtipp

Leider ist Männergewalt gegen Frauen ungebrochen aktuell. Vor einigen Jahren hat unsere fünfteilige, preisgekrönte Podcast-Serie “Man tötet nicht aus Liebe” aus unterschiedlichsten Blickrichtungen beleuchtet, wie es zu solch extremer Gewalt kommt - und wo sie beginnt.

#3 Hast du das schon verdrängt?

Inzwischen ist es etwas kühler und man könnte die Hitzewellen der vergangenen Wochen schon fast wieder verdrängen, doch das sollten wir auf keinen Fall.

August 2026 war nicht nur bei uns heiß, sondern weltweit der wärmste Monat, der jemals aufgezeichnet wurde. Das berichtet der EU-Klimawandelservice Copernicus. Die durchschnittliche Temperatur lag um 1,65 °C über dem vorindustriellen Niveau. Im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020 waren es global immer noch 0,85 °C mehr. Die Gründe dafür sind die globale Erderhitzung durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe und das Wetterphänomen El Niño.

El Niño wird von warmen Wassertemperaturen im Pazifik vor Südamerika getrieben und verursacht weltweit extreme Wetterlagen wie höhere Temperaturen, Dürren und Überschwemmungen. Der für dieses Jahr erwartete "Super El Niño" hat noch nicht einmal seinen Höhepunkt erreicht.

Was 1,65 °C globale Erderhitzung bedeuten, haben auch wir in Österreich schmerzlich gespürt. In Österreich steigen die Temperaturen dabei sogar noch stärker als im globalen Durchschnitt. Im August war es hier um 2,6 °C wärmer als im Durchschnitt der Jahre 1990 bis 2020 und um ganze 4,4 °C heißer als 1961 bis 1990.

Wir haben Waldbrände erlebt, Wasserknappheit, Ernteausfälle und Notschlachtungen von Rindern, weil das Futter nicht mehr reichte. Und so viele Menschen wie nie zuvor sind an der Hitze gestorben: Allein im Juni und Juli gab es Berechnungen zufolge in Österreich rund 650 Hitzetote. Für August gibt es noch keine Zahlen.

Während wir unter den Extremtemperaturen litten, einigte sich die Regierung endlich auf das lange geforderte Klimagesetz. Expert:innen kritisieren das Ergebnis allerdings. Denn eigentlich wollte und sollte Österreich bis 2040 klimaneutral sein, aber dieses Bekenntnis hat die Regierung im Klimagesetz nicht verbindlich festgeschrieben. Verbindlich festgeschrieben wurden lediglich die EU-Klimaziele. Die sind aber deutlich weniger ambitioniert.

Die Vereinten Nationen haben kürzlich davor gewarnt, dass die Welt auf eine Erderhitzung von 2,6 °C bis 2100 zusteuert. „Jetzt ist es an der Zeit, unsere Klimaschutzbemühungen zu verstärken – und nicht, sie aufzugeben“, sagt Inger Andersen, die Direktorin des Umweltprogramms der Vereinten Nationen.

#4 Grafik des Tages

Die Europäische Zentralbank (EZB) erhöht die Zinsen weiter. Kredite für Privatpersonen werden also wieder teurer. Für Österreichs Banken beginnt die nächste Runde eines einträglichen Geschäfts.

Im Jahr 2022 hat die EZB nach mehr als zehn Jahren ganz ohne Zinsen begonnen, den Einlagenzins zu erhöhen – also die Zinsen, die sie den Banken zahlt, wenn diese ihr Geld bei der EZB parken. Seit dieser sogenannten Zinswende ist das Zinsergebnis der österreichischen Banken explodiert: von knapp 16 Milliarden Euro im Jahr 2021 auf zuletzt fast 26 Milliarden. Dadurch sind auch die Gewinne der Banken stark gestiegen. Eine höhere Bankenabgabe ist daher überfällig.

#5 Mehr von MOMENT.at

Ein schönes Wochenende wünscht dir

Lisa

Unterstütze MOMENT.at

MOMENT.at arbeitet unabhängig von Parteien, Banken und Konzernen. Damit das möglich ist, brauchen wir die Hilfe möglichst vieler Menschen. Alle Möglichkeiten, uns zu unterstützen, findest du hier. Jeder Euro macht einen Unterschied. Danke!

Reply

Avatar

or to participate