
Guten Morgen!
Männer ignorieren Grenzen, die Wildtiere sterben und die reichsten der Reichen werden einfach nicht genug kritisiert. Darum geht’s heute im Morgenmoment, geschrieben von Sebastian Panny und Sanna Hätönen.
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Das Problem ist nicht, dass Männer kein “Nein” verstehen würden. Das Problem ist, dass sie sich darüber hinwegsetzen. Barbara Blaha kommentiert, warum wir mit Bildung alleine nicht gegen sexualisierte Gewalt ankommen:
#2 Es ist (nicht) alles schlecht
Seit 1970 sind die Wildtier-Bestände um fast drei Viertel geschrumpft. Das ist die zentrale Erkenntnis des neuen WWF “Living Planet Report”. Der schlüsselt auf, wie sich die Lage der Wildtiere weltweit entwickelt. Und bei einigen veröffentlichten Zahlen, muss man erstmal schlucken.
Der verwendete Index ist eine etwas komplizierte Zahl, die unterschiedliche Tierarten vergleichbar macht. Er versucht zu berücksichtigen, dass es in manchen Beständen sehr viele Tiere gibt und in anderen sehr wenige. Er bedeutet nicht automatisch, dass es um drei Viertel weniger Wildtiere gibt. Unter dem Strich bedeutet die Zahl: Die Situation ist nicht gut. Damit unterstreicht sie auch andere Berichte zur Artenvielfalt.
Besonders betroffen sind die Bestände in Süßwasser (-85 Prozent), aber auch Landtiere (-69 Prozent) und Meerestiere (-59 Prozent) sind stark unter Druck. Die regionale Verteilung ist ebenfalls unterschiedlich. Am stärksten ist der Rückgang mit 90 Prozent in Südamerika. In Europa ist er mit am niedrigsten - was vor allem daran liegt, dass wir Wildtiere bereits vor 1970 sehr stark dezimiert haben.
Denn Schuld am Rückgang hat: der Mensch. Schadstoffe und die menschliche Wirtschaftsweise zerstört Lebensräume und verschlechtern die Lebensbedingungen der Tiere. Europa war hier schneller als andere Regionen.
Die Situation mag sehr ernst sein, es gibt aber auch Gründe für Optimismus. Der WWF betont, dass der Mensch es auch geschafft hat, einige Arten vor dem Aussterben zu bewahren, sie wieder anzusiedeln und ihre Lebensräume zu schützen. So erholen sich Tiger-Bestände in Asien nach einem starken Rückgang, der Luchs ist in Europa wieder heimisch und die grüne Meeresschildkröte wurde wieder von der Liste der bedrohten Arten gestrichen.
#3 Ignoriert
Wer die Gesichter von Musk und Bezos sieht, denkt vermutlich erstmal an selbstfahrende Autos, Social-Media-Plattformen und den größten Online-Marktplatz der Welt. Dabei sollten die laut einer neuen Liste von Bloomberg derzeit 10 reichsten Menschen der Welt eigentlich für viele andere Dinge bekannt sein.
Elon Musk ist der Reichste. Er hat gerade die Schwelle von einer Billion Dollar (925 Milliarden Euro) an Vermögen überschritten. Er hat seine Finger gleich in mehreren Unternehmen im Spiel: bei der unter ihm weit nach rechts abgebogenen Social-Media-Plattform X (ehemals Twitter), beim Automobilhersteller Tesla und beim Raumfahrtunternehmen SpaceX. Das ist ihm jedoch noch lange nicht genug Einfluss: 2025 war er in Donald Trumps Regierung für “DOGE” mitverantwortlich. Die Initiative ist für die Auflösung von U.S.A.I.D. bekannt, der ehemaligen US-Behörde für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe. Geschätzt 700.000 Menschen sollen als Folge der Kürzungen im ersten Jahr gestorben sein. Bis 2030 könnten über 10 Millionen Menschen deswegen sterben.
Jeff Bezos ist Inhaber des größten Online-Handels der Welt. Bisher konnte er 246 Milliarden Euro an Privatvermögen anhäufen. Seinen Mitarbeiter:innen gibt er jedoch kaum etwas vom Kuchen ab: schlechte Bezahlung, arbeiten trotz Urlaub oder Krankenstand, 85 Stunden die Woche. Das ist der Standard bei Amazon. Früher wurden auch die Bildung von Betriebsräten und Gewerkschaften regelmäßig verhindert. Die Arbeitsbedingungen haben auch bei Amazon schon den Tod von Menschen verursacht - oft genug, dass es eine eigene Wikipedia-Seite zu solchen Vorfällen gibt.
Er betreibt heute die größten Social-Media-Plattformen: Mark Zuckerberg konnte durch Facebook, Instagram und WhatsApp ein Vermögen von 233 Milliarden Euro anhäufen. Aber auch er ist nicht unbescholten davon gekommen: Abgesehen von den Datenschutzskandalen musste sich Zuckerberg auch für die Vernachlässigung des Schutzes von Kindern auf seinen Plattformen verantworten. Explizite Inhalte werden kaum gefiltert und blockiert. Die Algorithmen machen Menschen süchtig und verschlimmern die mentale Gesundheit, besonders bei Jugendlichen. Ach ja - und sie bedrohen die demokratische Gesellschaft.
Wer extremen Reichtum hat, muss sich selten an Gesetze oder gar die Regeln des Anstands halten. In der Liste der reichsten Menschen könnte man zu jedem mehrere Geschichten erzählen, wie die Milliardäre dieser Welt anderen schaden, weil sie ihre Macht ausnutzen, um selbst noch mehr Profit zu machen. Koste es, was es wolle. Statt sie als angeblich geniale Unternehmer zu feiern, sollten wir ihren exzessiven Überreichtum besteuern.
#4 Event-Hinweis
Der Sommer ist jetzt endgültig vorbei. Das Gute daran: Auch unser Live-Podcast beendet seine Sommerpause! ZÜNDSTOFF Live geht am 2. November in seine nächste Runde, diesmal dreht sich alles um das Thema “Hass im Netz”. Zu Gast sind Ingrid Brodnig und Chrisl Clear, Tickets findest du hier:
Einen kühlen Start ins Wochenende
Sanna und Sebastian
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