Guten Morgen!

In vielen österreichischen Familien wurde bis heute nicht offen über die Nazi-Vergangenheit gesprochen. Auch ich musste erst jetzt herausfinden, dass mein bereits 1980 verstorbener Opa Mitglied der NSDAP war. Den heutigen Morgenmoment bekommst du von mir - Simon Altorff.

#1 Möchtest du das teilen?

In Österreich leiden bis zu 1,8 Millionen Menschen an chronischen Schmerzen. Der Weg zur Hilfe ist oft lang und mühsam – und leistbare Versorgung fehlt.

#2 Hast du das gesehen?

Fast 11 Millionen NSDAP-Karteikarten hat das US-Nationalarchiv veröffentlicht. Guter Anlass, um sich mit der eigenen Familiengeschichte zu beschäftigen. In dem Online-Archiv findest du möglicherweise auch Familienmitglieder, die in der NSDAP waren. Rund zehn Prozent aller Deutschen und Österreicher:innen waren 1945 NSDAP-Mitglied. Das sind Millionen Familien.

Die Suche ist etwas aufwändig. Geh auf diese Seite und klicke auf „Search within this Series“. Gib Nachnamen und Vornamen in Anführungszeichen ein, z. B. „Max Mustermann“. Wenn du ihn weißt, kann auch der Wohnort helfen. Du findest Ergebnisse aus zwei Karteien: die NSDAP-Zentralkartei (4,3 Mio. Karten) und die Ortsgruppenkartei (6,6 Mio. Karten). Auf den Karteikarten finden sich Informationen wie Namen, Geburtsdaten, Wohnort, Beruf und teilweise sogar Fotos.

Die Akten zeigen auch, wann eine Mitgliedschaft beantragt wurde. Außerdem gilt: Je niedriger die Mitgliedsnummer, desto früher waren die Personen ganz offiziell Anhänger Hitlers. Für die eigene Recherche zur Erinnerung: Österreich schloss sich Nazideutschland bereits am 12. März 1938 an. Die USA haben die nun veröffentlichten Akten 1945 beschlagnahmt. Aus datenschutzrechtlichen Gründen dürften dieselben Akten in Österreich und Deutschland erst 2028 vollständig veröffentlicht werden.

#3 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Der Krieg im Iran verursacht enormes menschliches Leid, politische Instabilität und treibt die Energiepreise weltweit in die Höhe - asiatische Länder treffen die wirtschaftlichen Folgen besonders hart. Viele Staaten versuchen gegenzusteuern: mit Fahrverboten, Rationierungen und Online-Unterricht. Doch eine weitere Maßnahme könnte unsere Arbeitswelt dauerhaft verändern - denn Sri Lanka, Pakistan und die Philippinen haben die Vier-Tage-Woche für öffentlich Angestellte eingeführt. Expert:innen erklären gegenüber dem Wirtschaftsmagazin Fortune, dass die Vier-Tage-Woche auch nach der Krise bleiben könnte.

Es gibt ein Vorbild: Auch das Homeoffice hat sich nicht verbreitet, weil Firmen es geplant haben - die Krise hat das Experiment erzwungen, mit Erfolg! Oft ist es danach geblieben, weil man gesehen hat, dass es funktioniert. Jetzt testen auch Regierungen und Unternehmen notgedrungen die Vier-Tage-Woche. Gelingt der Test, dreht sich die Beweislast um: Unternehmen müssten dann erklären, warum ein fünfter Arbeitstag überhaupt nötig ist.

Das dürfte ihnen schwerfallen. Fast alle bisherigen Experimente zeigen enorme, positive Effekte – allerdings nur bei echter Arbeitszeitverkürzung. Eine Viertagewoche bei gleichbleibender Gesamtarbeitszeit bedeutet vor allem mehr Druck, mehr Erschöpfung und mehr Unfälle. Steigende Lebenshaltungskosten, stagnierender Löhne oder der vermehrte Einsatz von KI verleiht den Argumenten für kürzere Arbeitszeiten mehr Druck.

Studien zu einer Arbeitszeitverkürzung belegen: Zufriedenheit und Gesundheit steigen, die Produktivität bleibt stabil. Und mit den Produktivitätsgewinnen der letzten Jahrzehnte hätten Arbeitnehmer:innen sie sich längst verdient.

#4 ZÜNDSTOFF

Gestern Abend feierten wir die Premiere unseres neuen Podcasts “Zündstoff” auf der Bühne. Verteilungs-Aktivistin Marlene Engelhorn und Finanzminister Markus Marterbauer waren in der ausverkauften Kulisse Wien bei der Live-Aufnahme zu Gast. Die Folge erscheint für alle Daheimgebliebenen am Donnerstag. Um sie nicht zu verpassen, kannst du den Podcast am Besten schon jetzt in deiner liebsten Podcast-App abonnieren.

Und die nächste Veranstaltung folgt bestimmt. Am 4. Mai wird unter anderem die Kabarettistin Toxische Pomisch mit dabei sein. Am 8. Juni freuen wir uns zum Beispiel auf Natascha Strobl. Sich früh Tickets zu sichern ist eine gute Idee.

Einen schönen Dienstag wünscht,

Simon

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