
Guten Morgen!
Menschen in Teilzeit-Arbeit müssen sich einiges anhören. Dabei hat ihr Teilzeitjob mit “Lifestyle”-Entscheidungen oft gar nichts zu tun. Dein Morgenmoment kommt heute von Luca Niederdorfer.
#1 Möchtest du das teilen?
Manche Politiker:innen und Parteien haben die Teilzeit als Problem ausgemacht. Die Menschen wollen einfach zu viel Lifestyle, heißt es. Moment mal, sagt Barbara Blaha. Denn mit der Wirklichkeit hat das nichts zu tun.
#2 In was für einer Welt leben wir eigentlich?
Der "Familienbonus Plus" entlastet Familien in Form eines Steuerabsetzbetrags – wer Kinderbeihilfe bekommt, muss weniger Einkommensteuer bezahlen. Familien konnten so bis zu 2.000 Euro pro Kind und Jahr sparen. Die Bundesregierung will den Bonus ab 2027 teilweise zurücknehmen. Für zumindest jede fünfte Familie steigt so die Einkommensteuer. Betroffen sind vor allem Arbeiter- und einkommensschwache Familien – sie verlieren durch die Kürzung im Schnitt rund 600 € pro Jahr.
Familien können den Bonus nämlich nicht mehr nur einem Elternteil zurechnen, sondern müssen ihn zumindest im Verhältnis 75:25 aufteilen. Das ist ein Problem. Denn oft ist nur ein Elternteil Hauptverdiener:in und bekommt überhaupt genug Geld, dass Einkommensteuer anfällt – und nur dort wirkt der Bonus. Hat ein Elternteil also so wenig Einkommen, dass gar keine Einkommensteuer anfällt, fällt durch die neue Regelung ein Viertel des Bonus einfach weg.
Zwei Drittel der betroffenen Familien sind einkommensschwache Haushalte. Oft sind es Familien, wo ein Elternteil einer schlecht bezahlten Teilzeitarbeit nachgehen muss – meistens Frauen. Die Regierung will Menschen so in Vollzeitarbeit zwingen. Viele Personen – eben meistens Frauen – können das aber auf Grund von Care-Pflichten nicht. Trotz ihrer Mehrfachbelastung zahlen sie in Zukunft noch zusätzlich drauf.
#3 Besser geht doch
Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine der häufigsten Hormonerkrankungen bei Frauen. Zu den Symptomen zählen unter anderem: unregelmäßige Menstruation, Insulinresistenz, Gewichtszunahme und eingeschränkte Fruchtbarkeit. Lange wurde vermutet, der Grund für die Krankheit wären Zysten an den Eierstöcken. Auch der Name (Ovarial steht für "den Eierstock betreffend") legte den Fokus darauf. Dabei haben viele Betroffene gar keine Zysten.
Inzwischen weiß man: Die Erkrankung betrifft das gesamte Hormonsystem, nicht nur die Eierstöcke. Es ist eine sehr komplexe Hormonerkrankung und ein neuer Name soll dem gerecht werden: Nach über 10 Jahren wurde die Krankheit zu Polyendokrines metabolisches Ovarialsyndrom (PMOS) umbenannt. Die Umbenennung soll Fehldiagnosen verringern und die Behandlungsmöglichkeiten verbessern.
Ein treffender Name hilft Ärzt:innen, die richtigen Fragen zu stellen. Und es hilft Betroffenen, schneller zur richtigen Diagnose und Behandlung zu kommen. Die Namensänderung wurde vor kurzem auf dem Europäischen Endokrinologie-Kongress in Prag bekanntgegeben und im Fachjournal “The Lancet” veröffentlicht. Der Druck von Betroffenen war ausschlaggebend für die Umbenennung. Ihre Erfahrungen und Perspektiven haben im Prozess eine wichtige Rolle gespielt.
#4 Veranstaltungstipp
Unser “Zündstoff”-Podcast kommt wieder auf die Bühne! Amm 8. Juni in der Kulisse Wien sind unsere Hosts Yasmin Maatouk, Max Leschanz und Jean-Philippe Kindler mit Natascha Strobl zum Thema “Rechtsextremismus” auf der Bühne. Hol dir jetzt dein Ticket!
Einen entspannten Start in die Woche wünscht dir
Luca
Unterstütze MOMENT.at
MOMENT.at arbeitet unabhängig von Parteien, Banken und Konzernen. Damit das möglich ist, brauchen wir die Hilfe möglichst vieler Menschen. Alle Möglichkeiten, uns zu unterstützen, findest du hier. Jeder Euro macht einen Unterschied. Danke!

