
Guten Morgen!
Während Samsung seinen Angestellten einen Bonus auszahlt, der sich sehen lassen kann, kämpfen die Gewerkschaften hierzulande um Löhne, die zumindest die steigenden Kosten ausgleichen sollen. Dein Morgenmoment kommt heute von Luca Niederdorfer.
#1 Möchtest du das teilen?
Die Wiener Festwochen wollen auf- und zur Debatte anregen und laden deswegen den Tech-Milliardär Peter Thiel, der rechtsextreme und antidemokratische Strömungen unterstützt. Warum die Festwochen ihm damit in die Karten spielen kommentiert Natascha Strobl in ihrer neuen Kolumne.
#2 Zahl des Tages
250€ als Einmalzahlung bieten die Arbeitgeber:innen in den Verhandlungen um neue Kollektivverträge in der chemischen Industrie. Und ansonsten keine Anpassung der Gehälter. Seit Wochen verhandeln Arbeitgeber:innen und Gewerkschaften aber auch in der sechsten Runde kam es zu keiner Einigung – obwohl es schon seit 1.Mai neue Verträge geben sollte. Die Arbeitgeber:innen beharren auf ihrem Angebot. Für die rund 50.000 Beschäftigten in der chemischen Industrie würde das einen starken Einschnitt bedeuten. Einmalzahlungen fehlen später in der Verhandlungsbasis des Kollektivvertrags und den Beschäftigten deshalb für den Rest der Karriere im Lohn.
Obwohl die Gewinne in der chemischen Industrie in den vergangenen Jahren zurückgegangen sind, sind die Gewinnausschüttungen an die Eigentümer:innen zuletzt sogar gestiegen – auch im Vergleich zu den Löhnen und Gehältern. Während an die Eigentümer:innen hohe Gewinnausschüttungen ausgezahlt werden, soll nun für die Arbeitnehmer:innen kein Geld mehr da sein.
Die Gewerkschaften nennen das Angebot eine “Respektlosigkeit” und fordern eine Erhöhung von 3,5 % – das liegt knapp über der Inflation. Sie haben jetzt die ersten Warnstreiks abgehalten und weitere angekündigt, um ihre Forderungen durchzusetzen. Die nächste Verhandlungsrunde ist für 2. Juni angesetzt.
#3 In was für einer Welt leben wir eigentlich
Der Great Pacific Garbage Patch ist ein riesiges Gebiet im Nordpazifik, an dem sich Müll durch Meeresströmungen ansammelt. Er hat in etwa eine Fläche, die 20 mal so groß wie Österreich ist und Schätzungen zufolge treiben dort 80.000 bis 100.000 Tonnen an Müll, der vor allem aus Nordamerika und Asien angespült wird. Inzwischen haben sich schon Ökosysteme gebildet. Tiere, die normalerweise nur an der Küste vorkommen, leben auf den Müllstreifen im Ozean.
Doch das ist kein guter Lebensraum für sie, denn der Great Pacific Garbage Patch besteht fast ausschließlich aus Plastik. Oft sind es ganz kleine Teilen und Partikel, die Tiere mit ihrer Nahrung aufnehmen, was ihre Gesundheit und Fortpflanzung beeinträchtigt. Mit der Zeit sinkt das Plastik ab und zerfällt weiter, wodurch es auch die Tiefsee und den Meeresgrund erreicht. So wird es immer schwieriger, die Ausbreitung von Mikroplastik einzudämmen.
Dabei könnte zumindest der Great Pacific Garbage Patch relativ schnell beseitigt werden. Projekt “The Ocean Cleanup” geht von 5 Jahren Zeitaufwand und 4 Milliarden Euro an Kosten aus. Eine Studie des WWF spricht von jährlichen Kosten von über 3 Billionen Euro weltweit durch Produktion, Verwertung und Abfall von Plastik. Die verheerenden Auswirkungen auf Klima und Umwelt lassen sich dabei nur schwer abschätzen.
#4 MOMENT Live
Nachdem letzte Woche noch ein großer Streik angekündigt war, kam es zwischen den Arbeiter:innen und Manager:innen von Samsung doch noch zu einer Einigung. Die Angestellten erhalten einen Bonus als Beteiligung an den steigenden Gewinnen des Konzerns. In unserer wöchentlichen Live-Show (Mittwoch um 18 Uhr) geht es deswegen diesmal unter anderem um den Arbeitskampf der Samsung-Angestellten.
Du kannst die Videos immer auch hier auf Youtube nachsehen.
Einen ausgeglichenen Mittwoch wünscht dir
Luca
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