
Guten Morgen!
Ob in Beziehungen, beim Wohnen oder in der Politik: Es geht fast immer um Macht und Verteilung. In diesem Morgenmonent geht es darum, wie sehr Systeme noch immer die Falschen begünstigen - heute von Lisa Duschek.
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Nicht Dämonen, Fetische oder Einzelfälle, sondern ein System. Warum Debatten über männliche Übergriffe immer wieder die Täter schützen und Frauen unsichtbar machen, analysiert Barbara Blaha in ihrem Kommentar
#2 Besser geht noch
Die OECD kritisiert, dass in Österreich zu viele Gutverdienende im sozialen Wohnbau leben. Dadurch erreicht das System oft nicht jene Menschen, die besonders dringend auf leistbaren Wohnraum angewiesen sind.
Zwar gilt Österreich mit rund einem Viertel geförderter Wohnungen international als Vorzeigemodell, doch die Einkommensgrenzen sind vergleichsweise hoch. Bis 61.280 Euro Jahresnetto für eine Einzelperson steht der soziale Wohnbau offen. Das sind knapp 5.100 Euro netto im Monat. Paare dürfen bis zu 91.320 Euro Einkommen im Jahr beziehen. Das sind 7.610 Euro im Monat. Ein weiteres Problem: Wer einmal im System ist, bleibt meist langfristig – selbst bei steigendem Einkommen.
Laut OECD sind die Förderungen daher zu wenig zielgerichtet und kommen zu oft der Mittel- und Oberschicht zugute. Gleichzeitig fehlen Wohnungen für einkommensschwache Haushalte, während Wartelisten weiter wachsen. Trotz dieser Kritik sorgt der soziale Wohnbau insgesamt weiterhin für niedrigere Mieten als in vielen anderen Ländern.
#3 Zahl des Tages
Heuer erhalten die politischen Parteien in Österreich rund 80 Millionen Euro an Förderungen vom Bund. Besonders profitiert die FPÖ, die mit rund 22,3 Millionen Euro den größten Anteil erhält. gefolgt von der ÖVP mit 20,9 Millionen und der SPÖ mit 17,7 Millionen Euro, wobei die SPÖ den Frauenanteil von 40 % nicht mehr erfüllt und die Förderung dafür dieses Jahr wegfällt. Die Neos bekommen 9,7 Millionen und die Grünen 9,2 Millionen Euro.
Die Höhe der Mittel richtet sich nach Wahlergebnissen, weswegen die FPÖ am meisten Geld erhält. Die Mittel werden grundsätzlich an die Inflation angepasst. Aufgrund des Sparzwangs wurde dieses Jahr aber nur die Klubförderung erhöht, die Parteien- und Akademieförderung wurden nicht angepasst.
Einen sonnigen Wochenstart wünscht euch
Lisa
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