Guten Morgen!

Wann sind wir wir und wann ist ein “Wir” nur wirr? Dein heutiger Morgenmoment kommt von Tom Schaffer.

#1 Möchtest du das teilen?

Der AMS-Chef Johannes Kopf sagt, "wir" hätten "über unsere Verhältnisse gelebt". Wen meinen er und Gleichgesinnte, wenn sie "wir" sagen? Natascha Strobl analysiert.

#2 Ignoriert

Klar ist, dass “wir” rasch Zehntausende neue Pflegekräfte brauchen. Das geht uns wirklich ziemlich alle was an, denn die Folgen der Pflegekrise gehen an kaum einer Familie vorbei. Über 50.000 Pfleger:innen braucht es schon bis 2030 - und das nur um die heutigen Bedingungen zu wahren. Warum? Die Bevölkerung altert - es gibt mehr Pflegebedürftige. Und viele Pflegekräfte gehen in Pension. Bis 2050 brauchen wir fast 200.000 zusätzliche Kräfte

Derzeit arbeiten insgesamt etwa 140.000 Menschen in dem Beruf. Den Rest erledigen Angehörige - meist Frauen - unbezahlt und oft unter prekären Bedingungen. Steigen aber noch mehr Menschen aus dem Beruf aus, würde das die Situation weiter verschärfen.

Das ist eine echte Gefahr. Denn Pfleger:innen (85 % sind auch in diesem Beruf Frauen) mögen ihren Job eigentlich. 62 % haben "sehr" das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. In anderen Berufen sagen das nur 31 % von sich.

Aber: Der Beruf ist hart und die Bedingungen müssten verbessert werden. Die psychische Belastung, der Arbeitsdruck und die Burnout-Rate sind unter Pflegekräften viel höher als in anderen Berufen. 58 % glauben (eher) nicht, dass sie den Beruf bis zum Pensionsalter durchhalten. In anderen Berufen sagen das 35 %.

Die Pflegekrise kommt nicht überraschend, sondern baut sich seit Jahren auf, trotzdem wird zu wenig dagegen getan. Die Regierung steckt ab 2028 zumindest jährlich 210 Millionen Euro mehr in die Pflege. Aber das hält niemand für genug, um das Problem zu lösen. Die bisherigen Maßnahmen haben dafür gesorgt, dass mehr Menschen Ausbildungen in dem Bereich machen - auch nicht genug, aber immerhin.

#3 Zahl des Tages

In den vergangenen 30 Jahren haben Menschen weltweit eine Waldfläche in der Größe von Indien gerodet. 42% der gesamten Abholzung passierte laut einer neuen Studie, um die Rindfleischproduktion auszuweiten - fast die Hälfte aller zerstörten Wälder. Meist wird es zuerst Weideland, die Futterproduktion für Tierhaltung verschärft die Lage zusätzlich. Rund drei Viertel der globalen Sojaernte wird als Tierfutter verwendet.

Der Verlust von Wäldern wirkt sich negativ auf die Artenvielfalt aus - und natürlich auch auf das Klima. Statt CO2 in gesunden Wäldern zu speichern, werden diese abgeholzt und die gespeicherten Treibhausgase dadurch sogar freigegeben - und bei der Rindfleischhaltung wird auch noch viel vom besonders schädlichen Methan erzeugt. Rodungen für die Landwirtschaft allein sind für rund 5 Prozent aller weltweiten Emissionen verantwortlich.

#4 Bist du dabei?

Am 2. und 3. Oktober steigt in Wien zum ersten Mal die re:publica Vienna, denn wir von MOMENT.at bringen Europas wichtigste Digitalkonferenz hierher. Als erste Keynote-Speakerin dürfen wir heute Ronen Steinke ankündigen. Sie dreht sich um das Thema: “Sagbar, streitbar, strafbar: Wer schützt die Meinungsfreiheit vor ihren Hütern?” Wer darf was sagen und wer entscheidet, wann eine Meinung zur Straftat wird? Ronen Steinke zeigt, wie Polizei, Justiz und neue Gesetze den Raum des Sagbaren immer enger ziehen. Die Tickets gibt es bereits jetzt zu kaufen. Wer dabei sein möchte, sollte nicht zu lange warten - wir rechnen mit einem vollen Haus!

#5 MOMENT Live

In unserer wöchentlichen Live-Show (immer am Mittwoch um 18 Uhr) wird es mit Max Leschanz heute um den Song Contest in Wien und seine politischen Kontroversen gehen.

Du kannst die Videos immer auch hier auf Youtube nachsehen.

Morgen ist Feiertag. Also bis übermorgen!

Tom

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