Guten Morgen!

Wie schön wäre es, wenn wohnen ein für allleistbares Grundrecht wäre und wenn Gebäude wie die “Alte WU” in Wien nachhaltig genutzt würden? Aber Klima und die Bedürfnisse der Vielen liegen nicht allen so am Herzen wie uns bei MOMENT.at, wie du in diesem Morgenmoment von Lisa Wohlgenannt erfährst.

#1 Möchtest du das teilen?

Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) plant einen milliardenschweren Bildungscampus am Wiener Althangrund. Dafür dürfte das bestehende Gebäude abgerissen werden. Es entbrennt ein Streit um die Frage: Wie gehen wir mit Ressourcen um?

#2 Meme des Tages

"Fragen Sie zehn Leute, ob sie finden, dass Wohnen zu teuer ist, sagen alle ja. Weil prinzipiell das Wohnen in Österreich oder speziell in Wien schon als nahezu kostenloses Grundrecht angesehen wird”, sagt Immobilieninvestor Daniel Jelitzka im Interview mit dem Standard.

Wohnen ist tatsächlich ein Menschenrecht und in Artikel 11 des UN-Sozialpakts festgeschrieben. Von kostenlos sind wir aber weit entfernt. Für viele ist das Grundrecht Wohnen nicht einmal leistbar. 33 % des monatlichen Netto-Haushalts-Einkommen überweisen Österreicher:innen an ihre Vermieter:innen im Schnitt - für viele ist es mehr. Fast 90 % aller privaten Mieteinnahmen fließen dabei an das reichste Fünftel der Österreicher:innen. Es ist eine Umverteilung von unten nach oben. 

Wo der Investor durchaus recht hat: Er sagt, es ist “Aufgabe des Staates, leistbares Wohnen sicherzustellen”. Da sind wir seiner Meinung. Hier ein paar weitere Vorschläge, wie Wohnraum leistbar werden würde: 

  1. Strengere Mietpreisbremse von maximal 2 % Erhöhung jährlich, auch im privaten Mietmarkt

  2. Versteckte Kostensteigerungen aus dem Betriebskostenkatalogs streichen

  3. Leerstandsabgaben, um ungenutzten Wohnraum zu aktivieren

  4. Sanierung und Nachverdichtung in bestehendem Wohnraum

  5. Öffentlicher Wohnbau

#3 Besser geht doch

Bildung wird in Österreich besonders stark vererbt. Kinder von Akademiker:innen haben im Schnitt viel höhere Abschlüsse als Kinder von Nicht-Akademiker:innen. Die haben in der Folge deshalb auch niedrigere Einkommen und ein höheres Armutsrisiko. Dem will die Regierung nun etwas entgegenwirken.

Ab Herbst gibt es mit dem “Chancenbonus” gezielt mehr Geld für Schulen, an denen besonders viele Kinder ungünstige Lernvoraussetzungen haben. Zum Beispiel weil die Eltern keinen höheren Bildungsabschluss oder wenig Einkommen haben oder die Erstsprache von Kindern nicht Deutsch ist. Diese Kinder können oft zuhause nicht so gut unterstützt werden wie Kinder aus privilegierteren Familien. Der "Chancenbonus" soll diese Unterschiede etwas ausgleichen.

Die 400 Schulen werden mit insgesamt 65 Millionen Euro pro Jahr gefördert. Sie bekommen aber nicht das Geld. Stattdessen wird mehr Personal finanziert. Ob eine Schule mehr Lehrer:innen, Sozialarbeiter:innen, Sozialpädagog:innen oder Schulpsycholog:innen braucht, kann sie selbst entscheiden.

Einen feinen Dienstag wünscht dir,

Lisa

Unterstütze MOMENT.at

MOMENT.at arbeitet unabhängig von Parteien, Banken und Konzernen. Damit das möglich ist, brauchen wir die Hilfe möglichst vieler Menschen. Alle Möglichkeiten, uns zu unterstützen, findest du hier. Jeder Euro macht einen Unterschied. Danke!

Reply

Avatar

or to participate

Weiterlesen