Guten Morgen!

Wer sich unbeliebt macht, hat nicht automatisch recht. Wer das Falsche macht, aber schon gar nicht. Dein Morgenmoment zum Augenrollen kommt heute von Sebastian Panny.

#1 Möchtest du das teilen?

“Politik muss das Unbequeme aber Notwendige tun”, hören wir immer wieder. Barbara Blaha fragt: Unbequem für wen? Es macht einen Unterschied, ob eine Regierung Menschen mit wenig Geld die Pension kürzt oder von den Reichsten einen höheren Beitrag einfordert. Dass eine Entscheidung unpopulär ist, macht sie noch nicht automatisch richtig, warnt sie in der dritten Ausgabe “Abendseiten”.

Dies ist die letzte Ausgabe, die für alle kostenlos zugänglich ist. In Zukunft sind die “Abendseiten” für alle Menschen verfügbar, die MOMENT.at regelmäßig unterstützen. Hier kannst du den Newsletter lesen und abonnieren.

#2 Spin des Jahres

Jahrelang haben Boulevardmedien wie “Krone” und “Heute” gemeinsam mit der FPÖ gegen die Sozialhilfe gehetzt. Immer wieder mussten wir die Berichterstattung einordnen. Jetzt haben Emotionen über Fakten gesiegt. Die Regierung ist mit der “Sozialhilfe Neu” eingeknickt, kommentiert Sebastian Panny.

#3 Frechheit des Tages

Für ein neues Datenzentrum hat Google in Muhos im Norden Finnlands 330 Hektar Land erworben. Und dann darauf 250.000 Bäume gefällt sowie die obere Erdschicht abgetragen - ohne eine vorgeschriebene Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen.

Für ein zweites Projekt im Dorf Otanmäki hat Google 150.000 Bäume gefällt. Wo vorher kilometerweit Wald war, ist nun rund um die Uhr die Lärm von Bauarbeiten zu hören. Sogar die Wölfe aus dem Wald seien in das Dorf geflohen, schildert eine Bewohnerin gegenüber dem “Guardian”. Das Wasser im Fluss habe sich durchgehend braun gefärbt.

In Finnland entstehen aktuell besonders viele Datenzentren. Das Land ist politisch stabil und vor allem kühl. Das hilft bei einem zentralen Kritikpunkt: Datenzentren brauchen viel Energie zur Kühlung. Das benötigen sie in Finnland nicht unbedingt. Dafür aber offenbar fast eine halbe Million Bäume?

Die Projekte sind bislang die größten in Nordeuropa. 13 Milliarden Euro kosten die Datenzentren, die für KI eingesetzt werden sollen. Ähnlich wie beim Projekt in Oberösterreich hat auch in Finnland die Politik die Projekte freudig begrüßt. Angeblich schaffen sie Arbeitsplätze und Wohlstand. Da wie dort zeigt sich aber: Datenzentren schaden den betroffenen Regionen vor allem. Wie in Österreich wurden auch in Finnland die Versprechen neuer Arbeitsplätze stark übertrieben. Lokale Wertschöpfung findet kaum statt. Dafür verbrauchen die Zentren viel Energie und führen zu Bodenversiegelung und höherem Wasserverbrauch.

Die Vorgänge in Finnland zeigen, wie globale Mega-Konzerne mittlerweile vorgehen. Nach dem Motto: Erstmal machen, Konsequenzen gibt es später - wenn überhaupt.

„Ich habe noch nie gehört, dass ein Unternehmen in Finnland so etwas gemacht hat. Es ist pure Arroganz und einfach unglaublich“, sagt die Vorsitzende der finnischen Aufsichtsbehörde. Die finnischen Behörden haben Google vorerst gezwungen, die Arbeiten einzustellen. Eine Petition zur stärkeren Regulierung von Datenzentren hat fast 100.000 Unterschriften erreicht, das Parlament muss sich jetzt damit beschäftigen. Die Bäume kommen dadurch nicht wieder.

#4 Bonuscode des Tages

Dass es Fakten nicht so leicht haben im öffentlichen Diskurs, haben wir in diesem Newsletter schon bemängelt. Genau hier setzt Fun Facts an. Das Satireformat versucht, mit Humor und Prominenz Themen aufzuarbeiten.

Seit kurzem gibt es Fun Facts auch in Österreich. Am 31. Oktober 2026 hostet Barbara Blaha eine Ausgabe im Stadtsaal. Und für unsere Morgenmoment-Abonnent:innen gibt es einen kleinen Bonus: Wer unter diesem Link den Code “funmoment20” eingibt, spart 20 Prozent auf die Tickets. Da machen Facts gleich noch mehr Fun!

Einen guten Start in die kurze Woche

Sebastian

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