
Guten Morgen!
Geplante Abschiebezentren in Afrika, eine rechnerisch unlogische Fixierung der Kronenzeitung und mehr in diesem Morgenmoment - heute von Lisa Duschek
#1 Möchtest du das teilen?
Was steckt hinter den geplanten Abschiebezentren in Afrika und welche Probleme bringt dieses Vorhaben? Das erklärt Lukas Gahleitner-Gertz in seiner “Asylfakt”-Kolumne.
#2 Gegengelesen
Österreichs größte Tageszeitung, die Krone, hat einen Dauerbrenner: die Mindestsicherung. Seit Jahresbeginn erschienen gleich mehrere Titelgeschichten über Betrug, drastische Einzelfälle und die Herkunft von Bezieher:innen, mit Schlagzeilen über „Mega-Summen“ und ein „Fass ohne Boden“.
Dabei wurden 2025 österreichweit lediglich 22,8 Millionen Euro Schaden durch Sozialleistungsbetrug aufgedeckt - und das über sämtliche Sozialleistungen hinweg. Zum Vergleich: Allein durch die Verschiebung von Unternehmensgewinnen in Niedrigsteuerländer entgehen Österreich laut Momentum Institut rund 1,3 Milliarden Euro Körperschaftsteuer. Und das jedes Jahr. Auch das „Parken“ von Beschäftigten beim AMS kostet die Öffentlichkeit jährlich bis zu 700 Millionen Euro. Über diese zigfach höheren Milliardenverluste lesen wir allerdings weit weniger häufig auf den Titelseiten.
Einzelne Sozialleistungsbezieher:innen bekommen Namen, Herkunft und Gesicht, während Milliardenverluste abstrakte Zahlen bleiben. Wer wirklich wissen will, wo dem österreichischen Staat Geld fehlt, sollte deshalb nicht nur fragen, wo Tausende verschwinden – sondern auch, wo Milliarden bleiben. Mehr dazu in diesem Kommentar.
#3 Hast du das gesehen?
Die extreme Dürre hat in Österreich rund eine Milliarde Euro Schaden in der Landwirtschaft verursacht. Einen großen Teil davon trägt am Ende die öffentliche Hand, zum Beispiel über Katastrophenhilfen und geförderte Versicherungen. Das Momentum Institut fordert, zusätzliche Hilfen vor allem an kleine und mittlere Betriebe zu zahlen, die sie wirklich brauchen. Große und profitable Agrarbetriebe oder vermögende Grundeigentümer:innen sollen dagegen keine pauschalen Zahlungen erhalten.
Außerdem braucht es dauerhaft mehr Investitionen in Klimaschutz und die Anpassung an die veränderte Umwelt. Denn gleichzeitig zeigt die Dürre, wie teuer die Klimakrise bereits ist: Die eine Milliarde Euro entspricht ungefähr dem gesamten österreichischen Klimabudget für 2027. Mit diesem Geld könnten zum Beispiel rund 148.000 Wärmepumpen, 77.000 thermische Sanierungen oder Windräder für den Strom von rund 458.000 Haushalte gebaut werden. Das würde langfristig für moderne und billige Energie sorgen, statt die nächste Dürre noch schlimmer und teurer zu machen.
Einen entspannten Start in den Donnerstag wünscht dir
Lisa
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