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Zwischen Kriegsberichterstattung und Abtreibungsrecht

Ein grünes Morgenmoment-Banner mit schemenhaften Windrädern im Hintergrund

Guten Morgen!

Während Journalist:innen in Gaza unter Lebensgefahr berichten, kämpfen Frauen in Europa um das Recht auf sichere Abtreibung. Das und mehr in diesem Morgenmoment - heute von Lisa Duschek.

#1 Möchtest du das teilen?

Wieso Gaza der gefährlichste Ort der Welt für Journalist:innen ist und wie sie für ihre Berichterstattung zur Zielscheibe werden, erklärt Yasmin Maatouk.

#2 Besser geht doch

Über 1,1 Millionen Menschen haben mit der Bürgerinitiative „My Voice, My Choice“ Druck gemacht. Jetzt hat die EU-Kommission endlich reagiert. Erstmals erkennt sie politisch an, dass EU-Mittel genutzt werden können, um den Zugang zu sicheren Abtreibungen zu unterstützen. Mitgliedstaaten dürfen bestehende Sozialfonds etwa dafür einsetzen, Reisekosten zu übernehmen, wenn Betroffene in ihrem Land keinen Zugang haben. Einen eigenen, neuen EU-Fonds für Abtreibungen wird es allerdings nicht geben.

Dabei ist der Zugang in Europa stark ungleich geregelt: In manchen Ländern ist er massiv eingeschränkt oder sogar verboten. Das bedeutet in Folge lange Reisen, hohe Kosten oder gar keine Versorgung für Betroffene.

Die Entscheidung ist ein politischer Meilenstein und ein klares Bekenntnis zu Gesundheit und Selbstbestimmung. Doch ohne verbindliche Finanzierung bleibt vieles von der Umsetzung abhängig und für viele Betroffene eine Frage des Geldes.

#3 Hast du das gesehen?

In der österreichischen IT-Branche drohen erstmals Warnstreiks, weil die Verhandlungen über einen neuen Kollektivvertrag seit Wochen ohne Einigung feststecken. Nach der sechsten gescheiterten Verhandlungsrunde kündigte die Gewerkschaft GPA Warnstreiks für den 3. und 4. März an, um mehr Druck zu erzeugen. Arbeitgeber und Gewerkschaft hatten in den Gesprächen unterschiedliche Vorstellungen über angemessene Lohnerhöhungen, das jüngste Angebot der Arbeitgeber stieß bei der Gewerkschaft auf Ablehnung. Sie fordert deutlich bessere Angebote. Rund 90.000 Beschäftigte in der Branche sind von den Verhandlungen betroffen.

#4 In eigener Sache

Zum Jahrestag der Bundesregierung Stocker am 3.3.2026 hat das Momentum Institut deren Arbeit analysiert. Positiv bewertet wird die Budgetkonsolidierung ohne extremes Kaputtsparen, einzelne Reformen wie die Strommarkt-Neugestaltung, die Verschärfung der Waffengesetze sowie erste Preisbremsen bei Miete, Energie und Lebensmitteln.

Gleichzeitig sieht das Institut aber deutliche Defizite: Die wirtschaftspolitischen Ziele sind zu wenig ehrgeizig, aktive Maßnahmen für mehr Wachstum fehlen weitgehend und die Last der Budgetsanierung trifft vor allem Familien, Beschäftigte und Pensionist:innen statt vermögender Gruppen und großer Unternehmen.

Besonders kritisch fällt das Urteil bei Klima, Wohnen und Gesundheit aus. Hier fehle es an Tempo, Strukturreformen und ausreichender Finanzierung. Momentum schlägt daher eine neue „3-2-1-Formel“ vor: maximal 3 Prozent Defizit, 2 Prozent Wirtschaftswachstum und 1 Prozent Inflation. Das soll durch stärkere Eingriffe gegen hohe Preise, ein Konjunkturprogramm noch in diesem Jahr und eine gerechtere Verteilung der Sparlast erreicht werden.

Einen guten Start in die Woche wünscht euch

Lisa

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