Die Lüge der Bildung

Wir träumen von einer Welt, die es morgen noch gibt. Und wo die größten Zuschüsse nicht an McDonald’s gehen - sondern in die Bildung.

Guten Morgen!

Wir träumen von einer Welt, die es morgen noch gibt. Und wo die größten Zuschüsse nicht an McDonald’s gehen - sondern in die Bildung. Hier kommt der Morgenmoment, geschrieben von Elisabeth Bauer.

#1 Möchtest du das teilen?

Aufstieg durch Bildung? Österreich hält dieses Versprechen einfach nicht ein. Unsere Chancen werden vererbt. Barbara Blaha erklärt, wieso Arbeiterkinder vor allem Glück brauchen - und was sich ändern muss.

#2 Ignoriert

Schon heute bedroht die Klimakrise unseren Wohlstand. Einer neuen Untersuchung zufolge ist der wirtschaftliche Schaden durch die Erderhitzung sogar sechsmal so hoch wie bisher angenommen. Und es wird noch schlimmer.

Bereits heute wäre die Kaufkraft 37 Prozent höher, gäbe es die Klimakrise nicht. Wenn die Erderwärmung um ein Grad ansteigt, fällt die weltweite Wirtschaftsleistung um zwölf Prozent. Expert:innen schätzen, dass sich die Erde bis zum Ende des Jahrhunderts um etwa drei Grad erhitzt, wenn die Politik nicht deutlich mehr Maßnahmen als bisher setzt. Produktion, Kapital und Verbrauch würden dann um mehr als 50 Prozent einbrechen. Der wirtschaftliche Schaden wäre so schlimm wie ein permanenter Krieg. 

Jede zusätzliche Tonne CO₂ verursacht Kosten. Bislang lag der Fokus auf wirtschaftlichen Faktoren. Die US-amerikanische Umweltschutzbehörde EPA hat bisher angenommen, dass sie sich auf 175 Euro pro Tonne belaufen. Soziale Kosten wurden vernachlässigt. Berücksichtigt man das, kommt die neue Studie auf 975 Euro pro Tonne.

Wenn wir nichts tun, wird sich der Wohlstandsverlust ähnlich wie in einem Krieg in einer Spirale nach unten drehen. Der Vergleich beziehe sich nur auf das BIP und die Kaufkraft - nicht aber auf das Leid und die Menschenleben, die Kriege kosten, betonen die Wissenschaftler. 

#3 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Eigentlich sollte der Energiekostenzuschuss gegen die Teuerung helfen. Das hat er auch. Das Momentum Institut zeigt in einer Untersuchung aber: Profitiert haben davon die Falschen.

Die meisten Gelder gingen an große Ketten. Allen voran an McDonalds-Franchisenehmer:innen, die mit 70 Prozent der "Top-50 Gastro-Förderungen" mehr als 3 Millionen Euro von der Regierung erhalten haben. Weitere große Teile gingen an Autobahnraststätten wie Rosenberger, Landzeit oder Autogrill. Auch andere Ketten wie Nordsee oder Burger King profitierten.

Im Lebensmittelbereich hat die Regierung insgesamt 5,9 Millionen Euro an Unternehmen gezahlt. 30 Prozent gingen an MPreis und Billa. Unklar war, wie die Vergabe geregelt wurde. Die Kette Sutterlüty, die nur 30 Ländle-Märkte führt, hat 474.000 Euro erhalten. Penny betreibt zwar 309 Filialen, bekam aber nur 260.000 Euro. 

"Wenn Unternehmen ihre gestiegenen Kosten über höhere Preise an die Kundschaft weitergeben, während sie gleichzeitig ein Teil vom Staat ersetzt bekommen, dann droht, dass diese Unternehmen doppelt kassieren", erklärt Chefökonomin Katharina Mader.

Laut Finanzministerium wurden 447 Millionen Euro ausbezahlt. Die Datenbank ist aber sehr unübersichtlich. Förderungen unter 10.000 Euro sind darin gar nicht gelistet.

Happy Friday,

Elisabeth

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