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Die Tabaklobby raucht vor Wut

Guten Morgen!
In Großbritannien soll das Rauchen lebenslang verboten werden und die Chancen steigen, Überreiche endlich angemessen zu besteuern. Das und noch mehr liest du heute in deinem Morgenmoment. Frisch serviert von Simon Altorff.
#1 Möchtest du das teilen?
Zehntausende Menschen in Österreich sind wohnungslos, ohne in der Statistik aufzuscheinen. Ioanna war eine von ihnen.
#2 Der Reihe nach
Du bist nach 2008 geboren? Dann darfst du laut den Plänen der britischen Regierung ab 2027 in Großbritannien keine Zigaretten mehr kaufen, für immer.
Das bedeutet: Wer heute unter 16 ist, wird nie legal Zigaretten kaufen können. So soll die Raucher:innen-Quote bei jungen Menschen bis 2049 von heute 11 % auf unter 5 % sinken.
Die Studienlage und wissenschaftliche Erkenntnisse sind sich einig: Rauchen ist und bleibt schädlich. In Großbritannien ist es heute die häufigste Todesursache. Bis 2075 soll das Verbot deshalb rund 376.000 zusätzliche gesunde Lebensjahr bringen. Die meiste Lebenszeit gewinnt laut Prognosen das ärmste Fünftel der Bevölkerung. Zusätzlich sollen rund 20 Milliarden Euro eingespart werden, die das Rauchen Großbritannien wegen der gesundheitlichen Schäden und Folgen jährlich kostet.
Die Lobby der Tabakindustrie bekämpft das geplante Gesetz natürlich – auch mit Hilfe vieler konservativer Politiker:innen. Neuseeland hat so ein Gesetz schon 2022 beschlossen. Doch 2023 gewann die Tabaklobby – das Gesetz wurde wieder gekippt. Der Grund: Die neue rechte Regierung brauchte die Tabaksteuer-Einnahmen.
#3 Zahl des Tages
Die Grünen fordern eine faire Besteuerung von Überreichen. Die vor wenigen Tagen gestartete Petition hat bereits über 20.000 Unterschriften erreicht.
Seit 2008 gibt es keine Erbschaftssteuer mehr. Dadurch verlieren wir viel Geld: Insgesamt werden in den nächsten 25 Jahren über 800 Milliarden Euro vererbt. Mehr als die Hälfte des Erbvolumens der nächsten 25 Jahre geht an die reichsten 5 %. Die Top 2 % erben aktuell im Schnitt 1,5 Mio. Euro – komplett unversteuert.
Die Angst, das kleine Erbe von Oma zu verlieren ist ein Märchen. Auch der Vorschlag der Grünen schlägt einen Freibetrag von 1 Mio. Euro vor. Nutzt man das geerbte Haus selbst als Hauptwohnsitz, wären es sogar 1,5 Mio. Euro.
Bei einem Freibetrag von 1 Mio. Euro wären laut Momentum Institut 98 % der Bevölkerung gar NICHT betroffen. Eigenheime, Bauernhöfe und kleine Betriebe wären laut dem Vorschlag der Grünen (wie bei der Erbschaftssteuer in Deutschland) ausgenommen.
Das Grüne Modell schlägt einen progressiven Steuersatz vor: 0 % bis 1 Mio., 25 % zwischen 1 und 5 Mio., 30 % zwischen 5 und 10 Mio., 35 % über 10 Mio.
Geschätzte Einnahmen: 1,5 Mrd. Euro pro Jahr.
Österreich braucht das Geld. Man könnte Arbeit weniger besteuern, das Geld in Bildung, Klimaschutz und das Gesundheitssystem stecken oder auch jene Menschen damit unterstützen, die selbst nicht viel haben.
#4 Hast du einen Moment?
Jetzt ist es endlich da - das neue Buch von Barbara Blaha: „Funkenschwestern - Wie Feminismus alles besser macht“. Alle Informationen und Bestellmöglichkeiten dazu findest du hier:
Einen schönen Dienstag wünscht,
Simon
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