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Globale Vermögenssteuern: Das plant die UNO

Ein grünes Morgenmoment-Banner mit schemenhaften Windrädern im Hintergrund

Guten Morgen!

Man wird ja noch träumen dürfen: Die UNO diskutiert aktuell über globale Besteuerung von Ölriesen und Überreichen. Warum das dringend notwendig ist, liest du im neuen Morgenmoment. Der kommt heute von Sebastian Panny.

#1 Möchtest du das teilen?

Seit Jänner dürfen arbeitslose Menschen nicht mehr geringfügig dazuverdienen. Das Argument dafür: Angeblich suchen Arbeitslose deswegen seltener nach regulärer Arbeit. Studien zeichnen dazu allerdings ein differenzierteres Bild - nur die Probleme durch das Verbot sind offensichtlich:

#2 Besser geht doch?

Die UNO “plant” aktuell was Gescheites. Unter ihrem Dach verhandeln nämlich die Staaten der Welt die Konvention zur internationalen Steuerkooperation. Das klingt zwar fad – die Konvention könnte aber für mehr Gerechtigkeit sorgen. Und zwar auf zwei Wegen:

Erstens: Das internationale Steuersystem ist nicht gerecht. Wer es sich leisten kann, parkt Geld in Steuersümpfen – meistens sind es Überreiche. Zweitens: Um gegen die Klimakrise kämpfen zu können, braucht es viel Geld. Besonders in ärmeren Regionen. Die leiden auch am stärksten unter der Klimakrise, obwohl sie am wenigsten dazu beigetragen haben.

Beide Punkte soll das UN-Steuerabkommen angehen. Die Staaten der Welt diskutieren eine globale Vermögenssteuer für extrem reiche Menschen - und höhere Abgaben für fossile Unternehmen. Bisher gab es solche Steuerabkommen vor allem unter reichen Staaten. Im neuen System wären viel mehr Länder beteiligt. So würden Steuerlücken gestopft, ärmere Staaten würden profitieren.

Mehr Geld von Überreichen und Klimaverpestern holen? Klingt toll. Aber es gibt noch das Monster unter dem Bett: Donald Trump. Die USA sitzen bei den Diskussionen nicht mit am Tisch. Trump hat ein ähnliches Abkommen schon einmal mit Drohungen verhindert. Doch einem Bully begegnet man am besten mit gemeinsamem Auftreten.

#3 Grafik des Tages

Heute ist „Corporate Tax Refusal Day“. Rein rechnerisch ist das der erste Tag des Jahres, an dem internationale Unternehmen in Österreich Steuern auf ihre Gewinne bezahlen.

Die Konzerne vermeiden nämlich einen großen Teil ihrer Steuern, indem sie Gewinne in Steuersümpfe verschieben. 2025 sind uns allein durch legale Schlupflöcher 1,3 Milliarden Euro entgangen. Dabei profitieren internationale Konzerne von österreichischer Infrastruktur, von ausgebildeten Arbeitskräften und vom Sozialsystem. Viele weigern sich aber, ihren Teil dazu beizutragen.

Unternehmen verschieben ihre Gewinne vor allem innerhalb Europas. Das meiste Geld schieben sie nach Irland, in die Niederlande und nach Luxemburg. Die OECD hat Ende 2021 eine globale Mindeststeuer von 15 Prozent auf Gewinne von multinationalen Konzernen beschlossen. Ein historischer erster Schritt. In Österreich gilt die Steuer seit 2024 und wird nach und nach ausgeweitet.

Doch die globale Mindeststeuer wurde ausgebremst. Während die vorherige US-Regierung sich dafür eingesetzt hat, versucht Donald Trump auch hier seit seinem Amtsantritt, sie zu Fall zu bringen. Für die USA hat er sie sofort aufgekündigt.

#4 MOMENT Live

In unserer wöchentlichen Live-Show (Mittwoch um 18 Uhr) ging es diesmal um die Rede zu Lage der Nation des österreichischen Bundeskanzlers…Ende Jänner?! Max Leschanz hält dich auf dem Laufenden:

Du kannst die Videos immer auch hier auf Youtube nachsehen. 

#5 Nachtrag

Nach unserem Erklär-Text am Dienstag zum Ausbau der psychischen Versorgung auf Kasse, haben wir einige Rückmeldungen von Leser:innen bekommen, dass ein paar Dinge ungenau waren. Wir haben ihn seither korrigiert, ergänzt und deutlich erweitert. Wir bedauern den Fehler und bedanken uns für die Hinweise.

Einen schönen Donnerstag

Sebastian

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