Heute schon gerubbelt?

Ein grünes Morgenmoment-Banner mit schemenhaften Windrädern im Hintergrund

Guten Morgen!

Ob Rubbellos oder potenzielle Erbschaft – beides ist Glückssache. Die Gewinnchancen in der Geburtenlotterie sollten aber fairer verteilt sein als bei Rubbellosen. Mehr dazu im heutigen Morgenmoment von Simon Altorff.

#1 Möchtest du das teilen?

Das Schulsystem und ADHS vertragen sich nicht. Betroffene Schüler:innen erhalten deswegen Unterstützung – theoretisch. In der Praxis mangelt es oft an der Umsetzung, wie du in diesem Beitrag liest. 

#2 Besser geht noch

Bis 11. Februar arbeiten Frauen in Österreich gratis. Der Grund: Frauen bekommen insgesamt 33 Prozent weniger Gehalt als Männer. Sogar bei Vollzeitarbeit sind es rund 12 Prozent weniger Einkommen.

An der Bildung liegt es nicht: Frauen sind heute im Durchschnitt besser gebildet als Männer.

Seit 1997 hat sich der Gender Pay Gap nur um 5 Prozentpunkte geschlossen – von 38 auf 33 Prozent. Beim aktuellen Tempo erreichen wir Einkommensgleichheit erst im Jahr 2189, also weitere 165 Jahre Ungerechtigkeit.

Dabei gibt es mehr männerdominierte als frauendominierte Berufe. Von 123 Berufsgruppen sind 23 frauendominiert, 45 männerdominiert und 55 gemischt. Männer haben dadurch mehr Auswahl und bessere Einkommenschancen.

„Pflege, Bildung, Betreuung, Reinigung und Handel halten dieses Land am Laufen. Bezahlt und behandelt werden sie aber wie Tätigkeiten zweiter Klasse“, sagt Sophie Achleitner, Ökonomin am Momentum Institut.

Was muss sich ändern? Faire Bezahlung für Berufe wie Pflege, Bildung, Betreuung, Reinigung, Handel und Sozialbereich. Außerdem braucht es verpflichtende Gehaltstransparenz, flächendeckende Kinderbetreuung und verpflichtende Väterkarenz.

#3 Zahl des Tages

Ein Strand ist zu sehen und im Text: 25 fette Jahre für Überreiche. 800 Mrd. € erben Überreiche in den nächsten 25 Jahren. 1,4 Mrd. € jährlich könnte eine Erbschaftssteuer dem Staat bringen.

Seit 2008 gibt es in Österreich keine Erbschaftssteuer mehr. Dadurch verlieren wir viel Geld. In den kommenden 25 Jahren werden über 800 Milliarden Euro vererbt. Mehr als die Hälfte des zukünftigen Erbvolumens geht an die reichsten fünf Prozent. Die ärmere Hälfte der Bevölkerung bekommt gerade einmal vier Prozent davon.

Die Top 2 Prozent erbten 2020 im Schnitt 1,5 Millionen Euro – komplett unversteuert. Das zeigt auch: Niemand verliert das kleine Erbe von Oma. Das ist ein Märchen. Eine Erbschaftssteuer ab 500.000 Euro betrifft nur die reichsten zwei Prozent der Haushalte, informiert das Momentum Institut. Die meisten Menschen wären also gar nicht betroffen.

20 von 27 EU-Staaten besteuern Erbschaften. Die OECD empfiehlt Österreich seit Jahren, die Erbschaftssteuern wieder einzuführen. Und Österreich braucht Geld. Aber die Regierung spart vor allem bei den Menschen, die ohnehin schon wenig haben.

Mit einer Erbschafts- und Schenkungssteuer könnte Österreich jährlich rund 1,4 Milliarden Euro einnehmen und dafür sorgen, dass die Schere zwischen Arm und Reich zumindest langsamer auseinandergeht und damit die Gewinnchancen in der Geburtenlotterie etwas fairer verteilen.

#4 Hast du das gesehen?

„G’scheite Lehre, steile Karriere – bei den Banken! Na sicha!“ – so bewirbt die Wirtschaftskammer Wien (WKW) die Bankenlehre. Was in der Kampagne wie ein flotter 30-Sekunden-Gag daherkommt, folgt jedoch einem alten Muster: Aufwertung durch Abwertung und zwar mithilfe antiziganistischer Stereotype, die Rom:nja und Sinti:zze seit Jahrhunderten verfolgen. Den Artikel mit dem Video dazu findest du hier.

Viel Glück diese Woche wünscht

Simon

Unterstütze MOMENT.at

MOMENT.at arbeitet unabhängig von Parteien, Banken und Konzernen. Damit das möglich ist, brauchen wir die Hilfe möglichst vieler Menschen. Alle Möglichkeiten, uns zu unterstützen, findest du hier. Jeder Euro macht einen Unterschied. Danke!

Reply

or to participate.