Nicht alle Männer. Und weiter?

Ein grünes Morgenmoment-Banner mit schemenhaften Windrädern im Hintergrund

Guten Morgen!

Na eh nicht alle Männer und auch nicht alle Polizist:innen und auch nicht alle Medien. Trotzdem sollten wir immer etwas dagegen tun, wenn Einzelne anderen schaden, finden Simon Altorff und Lisa Wohlgenannt. Sie schicken dir heute deinen Morgenmoment.

#1 Möchtest du das teilen?

Am 7. März findet in Wien eine Demo gegen Männergewalt statt - organisiert von Männern und explizit an Männer gerichtet. Wir haben mit dem Organisator über die Hintergründe gesprochen:

#2 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Ein Polizist und eine Polizistin haben antisemitische und nationalsozialistische Nachrichten verschickt. Sie wurde sogar wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung verurteilt. Jetzt sind beide wieder im Dienst, berichtet der ORF.

Nachdem die Chats bekannt wurden, wurden beide vorläufig vom Dienst suspendiert und Disziplinarverfahren eingeleitet. Zudem wurden sie nach dem Verbotsgesetz angezeigt.

Das Strafverfahren gegen den Polizisten wurde eingestellt. In einem Disziplinarverfahren wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt. Wie hoch, das gibt die Landespolizeidirektion nicht bekannt. Die Polizistin wurde zu einer unbedingten Geldstrafe von 2.160 Euro und einer Freiheitsstrafe von 6 Monaten verurteilt. Die Freiheitsstrafe und der "Amtsverlust" wurden für eine Probezeit von drei Jahren"bedingt nachgesehen". Ergebnis: Sie sind mittlerweile beide wieder im Dienst.

Die Polizei sollte für die Sicherheit aller Menschen sorgen. Mit menschenfeindlichen Überzeugungen geht das nicht.

#3 Gegengelesen

Am 12. Februar 2026 berichtet der ORF Oberösterreich über eine Forderung der FPÖ. Dabei gibt der ORF über weite Strecken die Forderungen der FPÖ unkritisch und teilweise im Wortlaut wieder. Erst am Ende des Artikels gibt es eine kurze Kritik - da ist der Schaden aber schon angerichtet.

#4 Upsi

Zu viele Köche verderben den Brei, sagt man und es könnte wohl stimmen: In unserem vergangenen, gemeinschaftlichen Newsletter ist nämlich etwas schiefgelaufen. Deswegen bitten wir um Entschuldigung und senden dir hier den Beitrag noch einmal korrigiert:

Nicht nur Elon Musk, sondern Überreiche im Allgemeinen haben unvorstellbar viel Geld. Es ist gut, dass über diese obszöne Schieflage berichtet wird. Dass das in Medien aber gerade als neue Entwicklung verkauft wird, hinterlässt einen sehr lustigen Eindruck. Für die APA (Austria Presse Agentur) und Medien wie die “Presse” scheint es durch die Formulierung nämlich eine neue Erkenntnis zu sein. Überreiche haben den Bezug zur Lebensrealität der Menschen aber schon lange verloren. (Darüber haben wir vergangenes Jahr mit Stephan Pühringer gesprochen. Er erforschte mit Kolleg:innen das “Netzwerk der Superreichen”. Du findest das Interview hier.).

Sie fragen sich außerdem: Ist es möglich, durch Lohnarbeit so reich zu werden? Dabei kennen wir die Antwort längst: Nein. Das ist nicht möglich.

Österreicher:innen haben laut dem Artikel ein Durchschnittseinkommen von 30.737 Euro netto pro Jahr. Für 1 Million Euro müsste man das gesamte Einkommen 32,5 Jahre lang sparen. Problem nur: Die Menschen müssen davon leben - Miete, Lebensmittel, Kleidung und Co bezahlen. Will man so reich sein wie Elon Musk, müssten Normalverdiener:innen 20,2 Millionen Jahre lang ihr gesamtes Einkommen sparen.

Mit so großen Vermögen geht auch Macht einher. Überreiche gefährden unsere Demokratie, wenn sie Einfluss auf Politik nehmen - zu ihren Gunsten. Und genau das machen sie aktuell. Besser geht doch

#5 Hast du einen Moment?

Jetzt ist es endlich da - das neue Buch von Barbara Blaha: „Funkenschwestern - Wie Feminismus alles besser macht“. Alle Informationen und Bestellmöglichkeiten dazu findest du hier:

Einen schönen Wochenbeginn wünschen

Simon und Lisa

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