Radikal richtig

Bei radikalen Aktionen geht es darum, wem sie zugutekommen. Den wenigen, die bereits viel haben - oder doch den vielen, die unter Ungleichbehandlung leiden?

Guten Morgen!

Bei radikalen Aktionen geht es darum, wem sie zugutekommen. Den wenigen, die bereits viel haben - oder doch den vielen, die unter Ungleichbehandlung leiden? Zwei gegensätzliche Beispiele bringt dir heute dein Morgenmoment. Der kommt heute von Sebastian Panny.

#1 Möchtest du das teilen?

Was wollen radikale Kapitalisten? Der Historiker Quinn Slobodian wollte das mal genauer wissen und hat sich in die Recherche gestürzt. Seine ernüchternde Antwort: Sie würden Staaten am liebsten auflösen und in Mikronationen, Privatstädte und Steueroasen zerlegen. Was heißt das für die Demokratie - und damit uns alle? Wir haben mit ihm darüber und über sein neues Buch “Kapitalismus ohne Demokratie” gesprochen.

#2 So kann es gehen

In Sachen Gleichberechtigung hat Island viel erreicht. In den Statistiken landet das Land weltweit regelmäßig an erster Stelle. Das ist gut - aber eben nicht gut genug.

Es gibt viele Bereiche, in denen es selbst in Island noch keine Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern gibt. Der Gender Pay Gap beträgt immer noch rund 10 Prozent. Und vier von zehn Frauen erleben in Island in ihrem Leben geschlechtsspezifische Gewalt.

Deswegen wurde unter dem Slogan “Das nennt ihr Gleichberechtigung?” zu einem Generalstreik aufgerufen. Frauen sollten nicht nur bezahlte, sondern auch unbezahlte Arbeit niederlegen. Etwa 100.000 Frauen und nicht-binäre Personen haben an öffentlichen Demonstrationen teilgenommen. Das ist mehr als ein Viertel der Gesamtbevölkerung des Landes.

Der Streik erinnert an den ersten großen Frauenstreik von 1975. Auch nach heutigen Maßstäben immer noch eine radikale Aktion: Es nahmen geschätzt 90 Prozent aller isländischen Frauen daran teil. Sie war der Startschuss für eine starke Frauenbewegung, die der Gleichberechtigung viel näher gekommen ist, wenn auch noch nicht alles erreicht wurde.

#3 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Rassismus gegen Schwarze Personen ist in Österreich besonders häufig und nimmt stark zu. Im EU-Vergleich mit 13 anderen Ländern schneidet Österreich neben Deutschland am schlechtesten ab. Das belegt eine Studie der Europäischen Agentur für Grundrechte.

72 % der Befragten hierzulande sind wegen ihrer Hautfarbe, Herkunft oder Religion benachteiligt worden. 2016 berichteten davon „nur“ fünf von zehn Befragten.

In keinem anderen Land fühlen sich Schwarze Menschen so stark diskriminiert bei der Arbeitssuche wie in Österreich. Ähnlich bei der Wohnungssuche, bei den Bildungschancen oder beim Spitalsbesuch. Auch von Racial Profiling, also wenn Menschen allein aufgrund ihres Erscheinungsbildes oder ethnischer Merkmale ohne Verdachtsmoment von der Polizei kontrolliert werden, wird in Österreich besonders häufig berichtet.

Rassistische Diskriminierung ist nach wie vor kaum sichtbar. Nur 9 % der Betroffenen melden Übergriffe.

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Sebastian

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