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Vom Kanzler und Clowns

Guten Morgen!
Fasching soll Spaß machen - und zwar allen. Die Gesundheitsversorgung soll Menschen versorgen - und zwar alle. Das findet zumindest Lisa Wohlgenannt. Sie schickt dir den heutigen Morgenmoment.
#1 Möchtest du das teilen?
Asylwerber:innen raus aus der Gesundheitsversorgung und Sozialversicherung? Kanzler Christian Stocker schert sich nicht um Fakten, kommentiert Lukas Gahleitner-Gertz und bringt die Fakten in die Asyldebatte.
#2 In was für einer Welt leben wir eigentlich?
Die Klimakrise schreitet voran, extreme Wetterkatastrophen und das Überschreiten von Kipppunkten werden immer wahrscheinlicher. Doch die derzeitigen Wirtschaftsmodelle von Regierungen und Finanzen unterschätzen diese völlig, kritisieren Wissenschaftler:innen.
Berücksichtige man diese Schocks, drohe ein globaler Finanzcrash wie 2008. Das klingt aber fast schon wieder etwas harmloser, als es gemeint ist. Denn die Banken konnten wir mit viel Aufwand durch Bailouts retten. Das geht mit dem Klima nicht. Wirtschaft und Gesellschaft, wie wir sie kennen, werde dann nicht mehr funktionieren. Dass Finanzinstitute und Politiker:innen Entscheidungen eben anhand einer grundlegend falschen Einschätzung der Risiken treffen, trägt auch dazu bei.
Der Bericht von Forscher:innen der Universität Exeter und des Finanz-Thinktanks Carbon Tracker Initiative stützt sich auf die Einschätzung von 68 Klimawissenschaftler:innen aus zwölf Ländern. Sie fordern eine engere Zusammenarbeit zwischen Klimaforscher:innen, Ökonom:innen, Regulierungsbehörden und Investor:innen.
#3 Wie es besser geht
Der Höhepunkt des Faschings steht bevor. Zeit, zu klären: Was ist ein Faschingskostüm und was rassistisch?
Ein Kostüm ist ein Kätzchen, ein Reh, ein Bär, ein Wurm oder irgendein anderes Tier. Ebenso Berufe wie Feuerwehrmann oder Ärztin, Fantasiewesen wie Einhörner, Drachen oder Vampire. Held:innen, sowohl fiktive als auch reale wie Freiheitskämpfer:innen sind gute Kostüme, Obst, Gemüse oder auch Clowns.
Keine Kostüme sind: Hautfarben. Wenn sich weiße Menschen eine andere Hautfarbe schminken, wiederholen sie Stereotype und Vorurteile zum eigenen Vergnügen. Diskriminierungserfahrungen und systematische Unterdrückung hingegen werden ignoriert.
Ebenfalls kein Kostüm sind die Kleidung und der Schmuck indigener Völker. Indigene Völker wurden und werden beraubt und ermordet. Kultur, Sprache und Bräuche wurden systematisch unterdrückt - meist von weißen Menschen. Ziehen weiße Menschen nun indigene Kleidung und Schmuck als Kostüm zum “Scherz” an, verkennt das eben diese schmerzhafte Geschichte.
Aus aktuellem Anlass: Auch die Verkleidung als Ku-Klux-Klan und rechtsextreme Symbole sind keine Kostüme, wie das im Salzburger Pongau bei einer Faschingsparty getragen wurde. Das ist Verherrlichung von Gewalt, Unterdrückung und der systematischen Auslöschung ganzer Bevölkerungsgruppen.
Fasching soll Spaß machen - und zwar allen. Marginalisierte Gruppen zu beleidigen, ist kein Spaß. Dabei geht es nicht darum, “Spaß zu verbieten”. Es geht um Anerkennung und Respekt vor Geschichte und Kultur - und anderen Menschen.
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Ein erholsames Wochenende wünscht dir
Lisa
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