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Von fetten Katzen und verschwundenen Kappen

Guten Morgen!

Das Jahr ist noch jung, doch eines steht schon fest: den Fat Cats geht es weiterhin gut. Was es damit auf sich hat und warum der Grazer „Kapperl-Prozess” gegen sieben linke Aktivist:innen nach zwei Tagen verschoben werden musste, liest du im heutigen Morgenmoment von Lisa Duschek.

#1 Möchtest du das teilen?

Im Prozess gegen sieben Aktivist:innen wegen schweren Raubs führten die überzogenen Ermittlungsmethoden der Behörden zu Kritik. Klare Beweise gibt es auch nach dem zweiten Verhandlungstag noch keine:

#2 Zahl des Tages

Die Vorstandschef:innen der 20 größten börsennotierten Unternehmen in Österreich bekommen 66 Mal so viel Gehalt wie durchschnittliche Arbeitnehmer:innen. Am 9. Jänner haben sie somit bereits so viel bezahlt bekommen wie andere Beschäftigte in einem ganzen Jahr.

Dieser sogenannte Fat Cat Day zeigt, wie groß die Gehalts-Schere zwischen Chefetagen und anderen Mitarbeitenden ist. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von Unternehmenspolitik und Entlohnungssystemen, die extremes Ungleichgewicht belohnen.

Die Arbeiterkammer fordert deshalb klare Obergrenzen für Managergehälter, mehr Transparenz und faire Einkommensverhältnisse in Unternehmen.

Denn Ungerechtigkeit bei den Löhnen wirkt sich auf unsere Lebensqualität, unsere Chancen und unsere Zukunftaussichten aus.

#3 Spin des Tages

Sozialministerium und AMS haben ein neues Arbeitsmarktprogramm für ältere Beschäftigte angekündigt: die „Aktion 55 Plus“. Sozialökonomische Betriebe und gemeinnützige Beschäftigungsprojekte sollen mit 30 Millionen Euro gefördert werden. Weitere 20 Millionen Euro sollen als Beihilfen an Privatunternehmen im gemeinnützigen Bereich gehen, wenn sie Menschen über 55 einstellen.

Laut Sozialministerium soll die Aktion 55 Plus 3.000 bis 6.000 Menschen dabei helfen, wieder eine Arbeit zu finden. Rund 33.000 Menschen über 50 Jahre sind derzeit langzeitarbeitslos, das Programm kann also nur einen Teil der Betroffenen erreichen.

Das Programm ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, doch die Regierung sollte die Unternehmen mehr in die Pflicht nehmen. Denn jedes dritte Unternehmen stellt keine Menschen über 60 ein. Das Momentum Institut schlägt deshalb eine Art Ausgleichstaxe vor: Unternehmen müssten dann entweder eine gewisse Anzahl an älteren Beschäftigten einstellen oder eine Strafe zahlen.

Eine dauerhafte Beschäftigung verbessert das Wohlbefinden, wirkt sinnstiftend und fördert die gesellschaftliche Integration. Für den Staat bedeutet das weniger Ausgaben für Arbeitslosenversicherung, Schulungen und Beratungen. Eine kürzlich veröffentlichte Evaluation der 2017 beschlossenen „Aktion 20.000“ bestätigt das. Bei diesem Programm wurden bis zu 100 Prozent der Lohn- und Lohnnebenkosten finanziert; es war als Langzeitprojekt angelegt und hätte bis zu 20.000 Menschen zu einer dauerhaften Beschäftigung verhelfen sollen, wurde aber trotz seines Erfolgs 2018 von der damaligen schwarz-blauen Regierung eingestampft.

Einen nicht allzu kalten Start in die Woche wünscht dir

Lisa

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